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Mieterstrom

Mieterstrom 2026: Modelle, Erfolgsfaktoren, Renditen

20.11.20259 Min Lesezeit

Mieterstrom: Drei Modelle im Überblick

Vermieter können zwischen drei grundlegenden Betriebsmodellen wählen: Im Eigenversorgungsmodell betreiben Sie die PV-Anlage selbst, verkaufen Strom direkt an Ihre Mieter und kassieren die volle Marge. Beim Contracting übernimmt ein Dienstleister Betrieb und Abrechnung gegen eine Beteiligungsgebühr. Bei der Dachpacht vermieten Sie lediglich die Dachfläche und erhalten eine feste monatliche Pacht — ohne Betriebsaufwand, aber auch ohne Direktrendite.

Modell 1: Eigenversorgung — höchste Rendite, mehr Aufwand

Im Eigenversorgungsmodell erzielen Vermieter die höchsten Renditen: 8–12% p.a. über 20 Jahre sind realistisch. Sie kaufen Strom ein (Reststrom für Mieter ohne ausreichende PV-Versorgung), verkaufen Solarstrom zu einem Preis, der mindestens 10% unter der lokalen Grundversorgung liegt, und kassieren den Mieterstromzuschlag nach EEG. Der Aufwand ist höher — Messung, Abrechnung, Kundendienst — lässt sich aber vollständig an einen Betriebsführer outsourcen.

Modell 2: Contracting — weniger Aufwand, geteilte Rendite

Beim Contracting übernimmt ein Dienstleister alle operativen Aufgaben: Messung, Abrechnung, Kundenservice, Störungsbeseitigung. Der Vermieter erhält einen festen Erlösanteil — typisch 30–40% des Mieterstromerlöses. Das ergibt bei einem 20-WE-Haus rund 2.000–4.000 € Jahreserlös. Geringer als im Eigenversorgungsmodell, aber mit minimalem Verwaltungsaufwand.

Modell 3: Dachpacht — null Aufwand, feste Einnahmen

Bei der Dachpacht vermieten Sie Ihre Dachfläche an einen Betreiber, der die PV-Anlage auf eigene Kosten installiert und betreibt. Sie erhalten 0,50–2,00 €/m² pro Jahr als Pacht — unabhängig vom Ertrag der Anlage. Bei 500 m² nutzbarer Dachfläche: 250–1.000 € Jahrespacht. Kein Risiko, kein Aufwand, aber auch kein Hebel auf den Mieterstromzuschlag oder steigende Strompreise.

Erfolgsfaktoren: Was über die Wirtschaftlichkeit entscheidet

Die wichtigsten Stellschrauben sind: die Mieter-Teilnahmequote (Ziel: 70–90%), der Eigenverbrauchsanteil der PV-Anlage (abhängig von Speichergröße und Verbrauchsprofil), der lokale Grundversorgungspreis (je höher, desto attraktiver das Mieterstrom-Angebot), und die Anlagengröße. Ein Mehrfamilienhaus unter 8 Wohneinheiten rechnet sich selten — ab 12–15 WE beginnt die wirtschaftliche Attraktivität.

Ausblick: Mieterstrom + Energy Sharing ab 2026

Ab 2026 erweitert Energy Sharing (§42c EnWG) das Mieterstromkonzept auf ganze Quartiere. Strom kann über Grundstücksgrenzen hinweg an Nachbargebäude geliefert werden — ohne eigenes Netz. Wer heute in Mieterstrom investiert, schafft die technische Infrastruktur für Energy Sharing. PV-Anlage, Speicher und Smart Meter sind identisch. Der wirtschaftliche Vorteil: Ein größerer Abnehmerkreis steigert die Eigenverbrauchsquote auf 75–90%.

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